09. Juni 2026Wissenschaft5 Min.

    Kollagen Typ I & III: Warum die Haut mit dem Alter ihr wichtigstes Strukturprotein verliert

    Kollagen Typ I & III: Warum die Haut mit dem Alter ihr wichtigstes Strukturprotein verliert

    Kollagen ist das häufigste Strukturprotein im menschlichen Körper – und der entscheidende Baustein dafür, dass Haut fest, belastbar und widerstandsfähig bleibt. Wer verstehen will, warum sich die Hautstruktur über die Jahre verändert, kommt an diesem einen Molekül nicht vorbei.

    Was Kollagen eigentlich ist

    Kollagen bildet den wichtigsten Bestandteil der sogenannten extrazellulären Matrix (ECM) der Haut. Seine charakteristische Tripelhelix-Struktur verleiht Haut, Sehnen, Knochen und Bindegewebe ihre mechanische Festigkeit und Belastbarkeit. Der menschliche Körper besitzt mindestens 28 verschiedene Kollagentypen – doch die Typen I, II und III machen allein 80 bis 90 % des gesamten Kollagens aus.

    Typ I und Typ III: die zwei Hauptakteure der Haut

    In der Haut dominieren zwei fibrilläre Kollagentypen: Typ I und Typ III stellen zusammen über 90 % des Kollagengehalts der Haut und sind damit die Hauptdeterminanten ihrer Struktur und Funktion.

    • Kollagen Typ I ist mit rund 90 % Anteil das vorherrschende Protein der extrazellulären Matrix – nicht nur in der Haut, sondern auch in Gefäßen, Sehnen und Knochen.
    • Kollagen Typ III tritt häufig gemeinsam mit Typ I auf und ist besonders in jüngerer und sich regenerierender Haut angereichert.

    Bemerkenswert: Das Verhältnis von Typ I zu Typ III verschiebt sich im Laufe des Alterungsprozesses – ein Grund, warum gerade diese beiden Typen im Fokus der Forschung stehen.

    Warum die Haut Kollagen verliert

    Kollagen verleiht der Dermis ihre Zugfestigkeit. Elastin und Glykosaminoglykane wie Hyaluronsäure sorgen ergänzend für Elastizität und Wasserbindung. Mit zunehmendem Alter gerät dieses System aus dem Gleichgewicht:

    • Die Kollagensynthese und die Aktivität der Fibroblasten (der kollagenbildenden Zellen) nehmen ab.
    • Gleichzeitig steigt der Kollagenabbau durch Enzyme – die Matrix-Metalloproteinasen (MMP-1, MMP-3, MMP-9).
    • Fragmentierung und Desorganisation der Kollagenfibrillen gelten als histologische Kennzeichen gealterter Haut und beeinträchtigen deren strukturelle Integrität.

    Angetrieben wird dieser Prozess von zwei Seiten: durch intrinsische Faktoren (Telomerverkürzung, oxidativer Stress, Hormonabfall) und durch extrinsische Einflüsse wie UV-Strahlung, Umweltverschmutzung, Rauchen und Ernährung.

    Genau dieser altersbedingte Kollagenverlust bildet die theoretische Grundlage für die Idee, Kollagen über die Ernährung gezielt zuzuführen.

    Wie gut ist das belegt?

    Das biologische Fundament – die Rolle von Kollagen für die Hautstruktur und sein altersbedingter Verlust – zählt zu den am besten gesicherten Erkenntnissen der Hautforschung. Es handelt sich um etabliertes, breit dokumentiertes biologisches Wissen.

    Häufige Fragen

    Was ist der Unterschied zwischen Kollagen Typ I und Typ III? Beide sind fibrilläre Kollagene und machen gemeinsam über 90 % des Hautkollagens aus. Typ I ist das mengenmäßig dominierende Strukturprotein, Typ III ist besonders in jüngerer und regenerierender Haut angereichert und tritt meist zusammen mit Typ I auf.

    Warum verliert die Haut mit dem Alter Kollagen? Weil die Neubildung durch Fibroblasten nachlässt und gleichzeitig der Abbau durch Matrix-Metalloproteinasen zunimmt. Faktoren wie UV-Strahlung, oxidativer Stress, Hormonveränderungen und Rauchen beschleunigen diesen Prozess.

    Welche Kollagentypen sind für die Haut am wichtigsten? Typ I und Typ III – sie bestimmen Festigkeit und Struktur der Dermis.

    Quellen: Dive et al., J Oral Maxillofac Pathol (2016); Doğan et al., Review (2026); Theocharidis & Connelly, J Anat (2019); Naomi et al., Polymers (2021); Yu et al., Gels (2025); Kim et al., PLOS ONE (2023); Naharro-Rodríguez et al., Cosmetics (2025).

    Dieser Beitrag dient der Information über den wissenschaftlichen Forschungsstand und stellt keine Heilversprechen oder produktbezogenen Wirkaussagen dar.

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